Freitag, 9. Januar : Hl. Teresa von Avila

Written on 01/09/2026

Mein lieber Herr, du bist doch wirklich ein wahrer Freund! Da du allmächtig bist, kannst du alles, was du willst. Und niemals fehlt dir das Wollen, denen zu helfen, die dich lieben. Alles, was hier auf Erden ist, möge dich preisen, Herr! Wie kann ich nur meine Stimme im ganzen Universum ertönen lassen, um zu verkünden, wie treu du zu deinen Freunden stehst? Alle Geschöpfe mögen uns fehlen: Du, der du ihr Herr bist, fehlst uns nie. Du lässt diejenigen, die dich lieben, nur kurze Zeit leiden! O mein Herr, welche Feinfühligkeit, welche Aufmerksamkeit, welche Zärtlichkeit bringst du ihnen entgegen! Ja, glücklich ist, wer nie etwas außer dir geliebt hat! Es ist schon wahr, du behandelst deine Freunde mit Strenge, aber ich glaube, das tust du, um inmitten des Übermaßes an Leiden das noch größere Übermaß deiner Liebe aufscheinen zu lassen. Mein Gott, hätte ich doch Verstand, Talent und eine neue Sprache, um so von deinen Werken zu sprechen, wie meine Seele sie erkennt! All das fehlt mir, mein Herr. Doch solange du mich nicht verlässt, werde ich dich niemals verlassen. [...] Ich weiß aus Erfahrung, mit welchem Gewinn du diejenigen aus der Prüfung herausführst, die ihr Vertrauen allein auf dich setzen. Als ich in bitterer Bedrängnis war [...], genügten diese wenigen Worte, die ich hörte [...], um meinen Kummer zu vertreiben und mich vollkommen zu beruhigen: „Fürchte dich nicht, meine Tochter; ich bin es, ich werde dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht.“ [...] Und siehe da, schon bei diesen Worten wird es ruhig in mir, ich fühle mich stark, mutig, zuversichtlich; ich spüre, wie Frieden und Licht wiederkehren. In einem Augenblick ist meine Seele verwandelt.