Montag, 11. Mai : Hl. Irenäus von Lyon

Written on 05/11/2026

Als der Herr seinen Jüngern die Vollmacht gab, die Menschen in Gott wiedergeboren werden zu lassen, sagte er zu ihnen: „Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19). Tatsächlich hatte er durch die Propheten verheißen, diesen Geist in den letzten Zeiten über seine Knechte und Mägde auszugießen, damit sie prophetisch reden (vgl. Joel 3,1). [...] So versprach unser Herr der Samariterin „lebendiges Wasser“, „damit sie niemals mehr Durst habe“ und nicht mehr gezwungen sei, mühsam geschöpftes Wasser zu trinken, sondern in sich selbst das Wasser vorfinde, das „ins ewige Leben fließt“ (vgl. Joh 4,10-14). Dieses Geschenk, das der Herr selbst von seinem Vater empfangen hat, gibt er seinerseits denen, die in ihm bleiben, indem er den Heiligen Geist über die ganze Erde aussendet. [...] Gideon hatte vorausgesehen, dass auf der ganzen Erde Tau, nämlich der Geist Gottes, fallen würde (vgl. Ri 6, 36-40). Dieser Geist war es, der auf den Herrn herabkam: „Der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Frömmigkeit, der Geist der Gottesfurcht“ (Jes 11, 2-3 LXX). Der Herr seinerseits schenkte der Kirche diesen Geist, indem er über die ganze Erde vom Himmel herab den Beistand sandte, von wo einst nach den Worten des Herrn „der Satan wie ein Blitz hinabgestürzt war“ (vgl. Lk 10,18). Daher brauchten wir diesen Tau Gottes, damit wir nicht verzehrt und unfruchtbar würden, damit wir dort, wo wir einen Ankläger haben (vgl. Offb 12,10), auch einen Verteidiger haben. So vertraute der Herr dem Heiligen Geist den Menschen an, sein Eigentum, das unter die Räuber gefallen war (vgl. Lk 10,30). Der Herr „hatte Mitleid, verband seine Wunden“ und gab „zwei Denare“ (V. 35) mit dem Bild des Königs, damit wir, nachdem wir durch den Geist „das Bild und die Aufschrift“ (Lk 20,23) des Vaters und des Sohnes empfangen haben, dieses uns anvertraute Geldstück fruchtbar machen und dem Herrn vervielfacht zurückgeben (vgl. Mt 25,14 ff.).